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Gleichstrommotoren im Elektro-Kart - eine Alternative zu den Verbrennungsmotoren? Leider ist es heute so, dass aus Umweltschutzgründen alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, die für Motorsportzwecke benötigt werden, beim Großteil der Bevölkerung nicht sehr beliebt sind. Dies deshalb, weil der gestresste Mensch eigentlich Ruhe sucht (außer der Discofan oder der echte Motorsportfreak). Autofahren wollen aber alle, auch die ganz besonders Mai-farbig, frischen Typen. Deshalb gibt es Leute,
die auf den Antrieb von umweltfreundlichen, leisen und drehmomentstarken Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, auf welches Abenteuer ich mich da einlassen würde. Aber aller Anfang ist schwer, und so machte ich mich auf, um im Internet nach solchen "Geräten" zu recherchieren. Ich wurde auch schnell fündig, und zwar in der Schweiz und Österreich. Hier scheint es eine Szene für diesen Sport zu geben, oder besser: es gab eine Szene, oder vielleicht gibt es sie in Italien, Belgien oder sonstwo. Jedenfalls haben viele Mails nicht dazu geführt, an ein bisschen detaillierte technische Information zu kommen, und ich suchte im Reich der "Rennsporthasser", nämlich der Elektro-Miniauto-Bauer (City-EL, Kewet, Hotzenblitz etc.), nach Infos. Das scheinte zu klappen, und bei Ralf Wagner's Homepage fand ich fast alle Informationen, jedoch der Teilemarkt für Gebrauchtteile bot fast nichts Brauchbares für einen E-Kart. So fand ich dann auf konventionellem Wege beim KFZ-Teilehändler einen neuwertigen 24 Volt-Gleichstrom-Anlasser, Typ BPD 6/24 von Bosch, der aus einem Panzer des 2. Weltkrieges stammte. Erste Tests auf der Werkbank bestätigten, der Motor ging mit 24 Volt und war ein drehmomentstarker Doppelschlussmotor. Zuerst musste die Überlastkupplung und der Axialvorschub des Anlassers ausgebaut werden. Dann musste der Motor von Gleitlagerung auf Kegelrollenlagerung umgebaut werden. Als nächstes musste eine Drehzahl-Regelung (Pulsweitensteller) gefunden werden, um den Einschaltstrom vom 385 Ampere (selbst gemessen) in den Griff zu bekommen. Diese fand ich bei der Firma Curtis, und ein freundlicher Herr lieferte auch in wenigen Tagen für ca. 500 Euro eine scheinbar passende Steuerung mit Gaspedal für einen Reihenschluss- oder Doppelschlussmotor, und diese sogar noch programmierbar (separates Programmiergerät erforderlich). Ich war dem Ziel, einen E-Kart zu bauen, ein deutliches Stück näher gerückt. Mein bereits 1995 erworbenes DAP-Kat-Chassis wurde aus dem Lager gezogen, und die ersten Konstruktionsskizzen für den Motoranbau mit Motorbock und Kettenantrieb für einen 6 PS-Gleichstrom-Doppelschlussmotor wurden erstellt. Dann wurden Rund- und Rechteckrohre gekauft und mit Eisensäge, Winkelschleifer und Schweißgerät ca. 40 Stunden die Batteriehalterungen für zwei 12 Volt-Batterien und die hinter dem Sitz (vor der Hinterachse) zentral angeordnete Antriebseinheit gefertigt. Der Motor wiegt bei 150 mm Durchmesser und ca. 350 mm Länge ca. 22 kg, die Batterien mit 88 Ah je ca. 15 kg. Ein Tableau für die Steuerung, Sicherungen, Entlade- und Unterspannungschutz und die Relais (Schütze) wurde aus Lochblech von meinem Stromer Dirk Spieler gefertigt und über der Hinterachse angebaut. Hochflexible Batteriekabel mit 25er Querschnitt wurden konfektioniert, und alles wurde an einem Wochenende zusammengeschraubt, denn wir wollten beim Hallen-Eisspeedway in Friedrichshafen ein paar abgasfreie Showrunden drehen. Um Punkt 18 Uhr an diesem Sonntag war das Kart einsatzbereit, und wir standen auf dem Eis und wollten unsere Runden vor ca. 300 Zuschauern drehen. Das Publikum war gespannt, und trotz meiner von Martin Fetz bestens gefertigten Eis-Spikes-Reifen war kein Fortkommen möglich, da der Motor nur Drehzahl aufbaute, jedoch kein Drehmoment. Das Publikum wurde somit um die Show, ohne Abgas Kart zu fahren, gebracht. Was war geschehen? Wir wussten es nicht und fuhren gefrustet nach Laimnau in die Werkstatt. Dort stand der Kart dann bis zum 1. Mai. Wir setzen in der Zwischenzeit alle Hebel in Bewegung, um weitere Infos zu erhalten und kauften vorsorglich bei der Firma Gabelstapler Aktuell einen gebrauchten Fahrmotor aus einem Elektro-Stapler, nachdem wir einen Tipp bekommen hatten, uns doch einmal bei den Staplerkundendiensten zu informieren und dort nach gebrauchten Teilen zu suchen. Dabei handelt es sich um einen 2 KW-Reihenschlussmotor von Bosch mit 1800 U/min. Der Einsatz von E-Motoren im Kartsport ist derzeit noch teuer, mit dem Lynch-Motoren-Konzept ist es jedoch möglich, Kartsport umweltfreundlich zu betreiben. Eine echte Rennsportalternative ist es jedoch noch nicht, da die Batterien noch zu groß und zu schwer sind und die Agilität eines Rennkarts darunter deutlich leidet. Im Hallenbetrieb kann der Einsatz von E-Motoren jedoch durchaus sinnvoll sein, da es von der Genehmigung in Bezug auf Abgas- und Brandschutzbestimmungen viel einfacher wird. Der Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und spiegelt lediglich meine persönlichen Erfahrungen wider. Ich habe versucht, meine Erkenntnisse anderen Bastlern weiterzugeben und die Recherche nach Elektro-Komponenten zu vereinfachen. Rudi Meister aus L. im schönen Argental |
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