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Wildbräu-Mooscup
in Grafing/Oberbayern
Die Veranstalter des ehemaligen
Mooscup in Aßling veranstalteten auf dem Gelände von Wildbräu
Grafing ein Event, das sich nicht nur sehen und hören lassen konnte,
sondern deren Unterhaltungswert den sonst üblichen Rahmen sprengte. Als
Mega-Event, gekoppelt mit einem exzellent ausgerichteten Oldtimertreffen,
wurde der Nerv der Besucher genau getroffen. Unterhaltung, liebevoll restaurierte
Traktoren, Motorräder und teure Limousinen vergangener Jahre sowie eine
bestens vorbereitete, im Besitz der Fa. Wildbräu befindliche Grasbahn
waren die Grundpfeiler der gelungenen Veranstaltung. Hochsommerliche Temperaturen,
ein bestens eingespieltes Veranstalterteam sowohl auf Seiten des Oldtimermarktes
als auch der Mooscupfreunde Aßling als Ausrichter des Grasbahnrennens
sorgten für Bestnoten bei den Aktiven, den Zuschauern und der Presse.
Schon am Samstag begann ein Teil der Veranstaltung mit der Durchführung
des freien und Pflichttrainings auf der Grasbahn. Es waren Fahrer der A-Lizenz-Solo,
B-Lizenz-Solo und die harten Burschen aus der Oldie-Europameisterschaft für
Fahrer über 40 Jahre am Start. Auch den Kids wurde die Möglichkeit
geboten, zu trainieren. Die Oldieklasse war besonders stark vertreten, und
man konnte schon beim Training sehen, dass beinhart gefahren wurde, was auch
zu Stürzen und Ermahnungen durch den Rennleiter führte. Die Gespannklasse
war diesmal in zwei Kategorien aufgeteilt, nämlich:
1. Schwenkergespanne bis 750 ccm, die sich dadurch auszeichnen, dass 1- bzw.
2-Zylinder-4-Takt-Motoren gefahren werden dürfen, und der Seitenwagenfahrer
mittels Lenkrad das Motorrad in die Kurve neigen kann, was zu einem besonders
spektakulären Fahrstil führt.
2. Gespanne mit bis zu 150 PS-starken Vierzylindermotoren in starrer Ausführung,
jedoch mit einem über eine Gelenkwelle durch das Hinterrad angetriebenen
Seitenwagenrad, so dass bei dieser Gespannart 2 Antriebsräder für
beste Traktion sorgen.
Am Sonntagmorgen begann
schon um 9 Uhr das Spektakel mit der Zufahrt von Hunderten wunderschön
hergerichteten, aufgemöbelten Oldtimerfahrzeugen, vom kleinen Moped bis
hin zu den Größen aus dem Automobilsport, wie z. B. Ferrari, Porsche,
Jaguar und den legendären Lanz-Bulldoggen aus den 20er Jahren, die mittlerweile
bis zu 30.000 € kosten und in Fachkreisen nicht selten mehr zählen
als z. B. ein Porsche oder Mercedes. Es war ein Kommen und Gehen, und schon
die Geräusche der alten Motoren ließen das Herz eines jeden Technikfreundes
höher schlagen. Autos wie der absolut seltene Champignon 400 aus den
50er Jahren, Motorräder wie die Nimbus und kuriose Eigenbauten wie das
BMW-Gespann mit längs eingebautem Sechszylinder-PKW-Motor sorgten bei
Jung und Alt für große Augen und offene Münder. Die Teilehändler,
die ihre liebevoll zusammengestellten Sortimente anboten und sowohl Gebraucht-
als auch Neuteile für die Oberklasse der Bulldog-Szene lieferten, gehörten
genauso zur Veranstaltung wie der Parcours der Dampflokfreunde Aßling,
die für die kleinen Fans und Zuschauer einen voll funktionstüchtigen,
in jedem Einzelteil selbstgebauten Dampflokzug fahren ließen.
Das Wildbräu hatte die schön geschmückte Firmenhalle geöffnet
und bot bayerische Spezialitäten und beste Biere an. Wer wollte, konnte
sich mit eleganten Trikes durch die Landschaft kutschieren lassen, und alles
in allem war für jeden Interessierten genug geboten, um einen kurzweiligen
Tag zu erleben.
Das Rennen wurde nach der Mittagspause gegen 13.30 Uhr gestartet, und die
zahlreich angereisten Zuschauer konnten ein perfekt organisiertes, kostenloses
Grasbahnrennen sehen. Jede Klasse musste mehrere Einzelläufe absolvieren,
und jeder Fahrer erhielt nach den üblichen Regeln Punkte auf sein Konto.
In der Oldieklasse sah man nicht nur liebevoll restaurierte Grasbahn-Motorräder
vergangener Jahre mit stehend eingebauten Motoren der Marken JAP und Jawa,
sondern auch exzellente Fahrer und einen dominierenden Franz Greisel, der
an diesem Tag der Maßstab in der Oldieklasse war und vor Walter Scheck
und Fritz Schuster diese Klasse gewann. Jeder Lauf dieser Klasse war ein Genuss,
und der röhrende Ton der ohne Schalldämpfer gefahrenen JAP lockte
Erinnerungen bei den echten Fans hervor.
Die B-Lizenz-Klasse bot ein gutsortiertes Feld und lieferte Rennläufe,
die an Spannung kaum zu übertreffen waren, da hier besonders auffiel,
dass Wolfgang "Geiro" Geier an diesem Tag kämpferisch von den
hinteren Plätzen auf die vorderen Plätze und zuletzt vor Kaspar
Gilgenreiner aufs Siegertreppchen fuhr. Die A-Lizenz-Klasse war ebenso gut
sortiert, und Hans Freundorfer konnte sich hinter dem bärenstark fahrenden
Sigi Eder aus Österreich den 2. Platz erkämpfen.
Spektakulär ging es in den Gespannklassen zu; gerade in der Schwenkerklasse
entbrannte ein Zweikampf des Gespanns Weihrauch/Kulzer gegen das leistungsmäßig
dominierende BMW-Gespann der rasenden Polizisten Müller/Wallisch. Lauf
für Lauf wurde beinhart gefahren, und die Laufsiege bestanden oft nur
aus wenigen Zentimetern Vorsprung an der Ziellinie. Im Endklassement lag dann
erwartungsgemäß das mit einem Boxermotor befeuerte Gespann Müller/Wallisch
vor dem mit einem Jawa-Motor befeuerten Gespann Weihrauch/Kulzer.
Der absolute Hammer des Tages waren jedoch die Seitenwagen-getriebenen Gespanne.
In diesen Einzelläufen wurde nicht nur um jeden Zentimeter gefightet,
sondern die gut trainierten Fahrer mussten die bärenstarken Motoren bändigen.
Schon vom Start weg war klar, dass es hier zwei Favoriten geben wird, die
sich keinen Zentimeter schenken. Das in Bayerisch-Weißblau lackierte
Gespann von Florian Maier und Martin Gebhard, das mit einem bärenstarken
Vierzylindermotor bestückt ist, trat gegen das leichtfüßige
Honda-Gitterrohrrahmen-Gespann von Flo Kreuzmeier und Peter Ostner an. Schon
am Kurveneingang sah man, dass Leichtfüßigkeit von Vorteil sein
kann, und es ist geradezu unglaublich, wie schnell ein Gespann mit einem Großserienmotor
der Marke Honda bewegt werden kann, vorausgesetzt, die Konstruktion stimmt,
der Seitenwagenantrieb funktioniert perfekt, und Fahrer und Beifahrer sind
ein eingespieltes Team. Hier ist nebenbei zu sagen, dass Konstruktionen dieser
Art (man beachte die Details) sicherlich eine Alternative zu dem jetzt bestehenden
Grasbahnreglement darstellen könnten (Man muss eben auch mal neue Konzepte
probieren!).
Bayerisch-Weißblau hatte am Kurveneingang mit dem Gewicht sicherlich
einen großen Nachteil und kam erst am Kurvenausgang so richtig zum Zug,
und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn außer dem angetriebenen Seitenwagenrad
verfügt dieses Gespann über zwei (!) parallel zueinander angeordnete
Hinterräder mit grobstolligen Motocrossreifen, was am Kurvenausgang zu
einem Vortrieb führt, den man sich fast nicht vorstellen kann und der
in etwa vergleichbar ist mit dem Vortrieb eines am Skilift eingehängten
Skifahrers in der Startphase. So hatte nun jede Konstruktion die spezifischen
Vorteile, wobei der große Leistungsunterschied dann letztendlich doch
zum Sieg des Bayerisch-Weißblau-Doppelhinterrad-Seitenwagenantrieb-Gespanns
der Herren Maier/Gebhard führte.
Als Beobachter diverser Bahnrennen und Besitzer verschiedener Bahnmotorräder
kann ich wohl mit Sicherheit sagen, dass diese Veranstaltung nur zur Nachahmung
empfohlen ist, und ich erlaube mir hier, im Namen aller Fans, Zuschauer und
Beteiligten ein hohes Lob an Wildbräu
Grafing und seine Mannen und Frauen auszusprechen. Wir freuen uns schon
auf das nächste Megaspektakel in Grafing im Jahre 2004, das am Ende der
Veranstaltung bekannt gegeben wurde.
Bahnsportliche Grüße,
Euer Rudi Meister
Wildbräu-Cup -
Ergebnisse
Moos-Cup:
1. Markus Niedermeier, Aßling
2. Josef Hoiß, Dorfen
3. Georg Maier, Ostermünchen
4. Erich Neumann, Ostermünchen
Int. Solo:
1. Sigi Eder, St. Stefan (Österreich)
2. Hans Freundorfer, Ismaning
3. Gerd Schwarzer, Dingolfing
4. Hans Sigl, Gröbenzell
5. Gerd Hoffmann, Germering
Seitenwagen mit Antrieb
1. Florian Maier, Miesbach / Martin Geghard, Fischbachau
2. Flo Kreuzmeier / Peter Ostner
3. Helmut Maier, Miesbach / Martin Scmid, Hundham
4. Leonhard Steil, Holzkirchen / Franz Beil, Bruckmühl
Schwenker-Seitenwagen:
1. Helmut Müller, Raubling / Horst Wallisch, Stephanskirchen
2. Helmut Weihrauch, Echzell / Reinhard Kulzer
3. Manfred Kreuzmeier, Wöhrnsmühle / Martin Schmid
B-Solo:
1. Wolfgang Geier, Osterhofen
2. Kaspar Gilgenreiner, Lenggries
3. Peter Hartmann, Jakobneuharting
4. Ludwig Harant, Neuschönau
Oldie-Solo:
1. Franz Greisel, Stötten
2. Walter Scheck, Langquaid
3. Fritz Schuster, Mauern
4. Herbert Rudolf, Pilsting
5. Edi Karesch, Scheyern
6. Anton Steinberger
7. Peter Zollner, Mühldorf
8. Richard Wagner
Junioren (6 - 9 Jahre):
1. Tim scheunemann
2. Stefanie Bohland
3. Alexander Schmid
4. Christoph Schmid
5. Denis Peimer
6. Katja Hirmer
Junioren (10 - 14 Jahre):
1. Denis Helfer
2. Marcel Helfer
3. Stefan Hirmer
4. Adrian Hoffmann
5. Adrian Ott
6. Sebastian Bohland
Langbahn GP 1 in Bielefeld,
09.06.2002
Der Engländer Kelvin
Tatum gab an diesem Renntag alles, er fuhr bis zur vollständigen Erschöpfung
und musste nach dem A-Finale in ärztliche Behandlung. Zur Siegerehrung
konnte er jedoch wieder antreten und den Pokal für den souverän
vor Gerd Riss erzielten ersten Platz entgegennehmen, Robert Barth fuhr wegen
mäßiger Starts nur auf Platz 3, Dani Bacher fuhr auf Platz 10,
Sirg Schützbach nur Platz 18.
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