Alkohol-Motor
Die Verwendung von Betriebsstoffen wie Methyl-Alkohol (Methanol CH3OH) oder
Äthyl-Alkohol (Äthanol C2H5OH) ermöglicht eine Heraufsetzung
des Verdichtungsverhältnisses. Jene sind äußerst klopffest,
besitzen aber keinen großen Heizwert, der Verbrauch liegt dementsprechend
hoch. Die auftretende große Verdampfungswärme (dreimal so hoch
wie bei Benzin) gibt einen zusätzlichen Kühleffekt. Diese Treibstoffe
sind heute nur noch im Bahnsport und bei Rennen in den USA (z. B. Champcar-Serie
etc.) zugelassen.
Bahnmotor, methanolbetrieben
In der Hauptsache werden bei Bahnrennen Motorräder mit Einzylinder-Viertaktmotoren
gefahren. Ausnahmen bildeten die V-Twins von Indian, Harley, Excelsior oder
die englische Douglas mit Boxermotor und in den zwanziger und dreißiger
Jahren auch die Zweitakt-Scott. Das dominierende Aggregat ist seit annähernd
50 Jahren der 500-ccm-Motor mit OHV- bzw. OHC-Steuerung. In letzter Zeit wurden
verschiedene Kleinserienmotoren, vor allem von englischen und tschechischen
Firmen entwickelt, z.B. Jawa, Godden, Weslake, GM, Masek etc. Bahnmotoren
sind stets hoch verdichtet (ca. 14:1) und werden mit Methanol betrieben. Es
kommen spezielle Öle, z.B. auf Rizinusbasis Castrol R 40, oder synthetische
Öle verschiedener Marken zum Einsatz. Moderne Bahnmotoren sind umlaufgeschmiert
und daher umweltfreundlich im Betrieb. Sie werden vorwiegend im flachen Winkel
"liegend" eingebaut. Zur Gemischaufbereitung werden Flachschiebervergaser,
die ohne Schwimmerkammer auskommen, z.B. Jensen-, Buhrmester-, Zapf-Vergaser,
eingesetzt.