2-Takt-Prinzip

Vorteile des 2-Takt-Verfahrens
Ein einfacher Aufbau mit wenig beweglichen Bauteilen (Kurbelbetrieb) bringt geringen Verschleiß, geringe Reparaturanfälligkeit und auch Unempfindlichkeit gegen Dauerhöchstbeanspruchung mit sich. Anstelle einer aufwendigen und wartungsintensiven Ventilsteuerung beeinflusst die Schlitzsteuerung auch nach langer Laufzeit den Ladungswechsel nur gering.
Ein geringes Baugewicht verbunden mit einer hohen Literleistung führt zu gutem Beschleunigungsvermögen eine Forderung besonders für Motorradmotoren.
Ein gleichförmiges Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich verbunden mit einer schnellen zeitlichen Abfolge der Arbeitstakte (je Kurbelwellenumdrehung ein Arbeitstakt) erzielt ein gutes Beschleunigungsvermögen und eine hohe Laufkultur (Vibrationsarmut), das für Motorradmotoren von besonderer Bedeutung ist.

Nachteile des 2-Takt-Verfahrens
Durch unrunden Leerlauf besonders bei niedrigen Drehzahlen erfolgt aufgrund der Schlitzsteuerung eine sehr ungenaue Trennung zwischen Frisch- und Abgasen. Aufgrund der Trägheit der Gasströme ist der Liefergrad und damit die Zylinderfüllung nicht immer befriedigend.
Ein hoher spezifischer Kraftstoffverbrauch verursacht durch Spülverluste und einen ungenau gesteuerten Ladungswechsel (offener Gaswechsel). Besonders bei wechselnden Drehzahlen ist der Anteil der unvollständig bzw. nicht verbrannten Kohlenwasserstoffe und damit der Schadstoffanteil im Abgas sehr groß.

Drehschiebersteuerung
Drehschiebersteuerungen sind aufwändig in der Herstellung und deshalb teuer. Im Rennsport (Kartracing) werden sie jedoch eingesetzt, da mit Zweitaktmotoren mit Drehschiebersteuerung ein sehr breites Drehzahlband (Leistungsausnutzung) erreicht werden kann. Zweitaktmotoren mit Drehschiebersteuerung drehen problemlos 18 000 U/min und entfalten ihre Leistung schon im unteren Drehzahlbereich ab ca. 5 000 U/min, so dass im Kartsport auf den Einsatz von Getrieben in vielen Klassen verzichtet werden kann. Ein besonders "königliches" Exemplar ist der Vierzylinder-Zweitakt-Boxermotor aus dem Bootsrennsport.
Bei Drehschiebermotoren steuert ein Drehschieber die Einlasszeiten. Die Auslass- und Überströmzeiten werden über Schlitze im Zylinder und evtl. Kolben gesteuert. Der Drehschieber läuft in Motordrehrichtung zwischen Kurbelgehäuse und Drehschiebergehäuse. Er sitzt auf dem Hubzapfen der Kurbelwelle (z. B. mit Verzahnung) und hat wenige 1/10 mm Spiel zwischen Kurbel- und Drehschiebergehäuse, so dass er leichtgängig rotieren kann. Der Vergaser wird am Drehschiebergehäuse verschraubt. Hauptsächlich werden Membranvergaser mit Flachschieber verwendet.